Bali Travel

Zwischen Autoreifen und schwebenden Drachen

Während die Sonne langsam untergeht und der Himmel sich allmählich rötlich färbt, dringen Kinderlachen und Gesprächsfetzen zwischen dem Wellenrauschen zu mir hindurch. In aller Ruhe
sitze ich am Strand, esse mein Abendessen und lasse die gesamte Szenerie auf mich wirken.

Sonnenuntergänge und Warungs am Strand
Vor allem abends fällt der Müll am Strand auf. Doch um kurz vor 18 Uhr spielt sich genau hier das Leben der Einheimischen ab. Zwischen Autoreifen und Plastiktüten haben es sich die Leute gemütlich gemacht, planschen im Wasser mit ihren Kindern, während einige Warungs sich ihre Plätze in Strandnähe gesichert haben. Zu dieser Zeit befinden sich die meisten westlichen Touristen in den Strandbars, Restaurants oder Cafés – irgendwo zwischen Flaniermeile und Strandpromenade. Die Strandabschnitte der Resorts sind leer und im Vergleich zu den anderen angrenzenden Strandabschnitten immer noch recht sauber. Doch hier sitzt keiner.

»Das Saté Ayam ist aber gut. Mein Sohn macht das heute!«

Kurz vorher hatte ich mir an einem Warung ein paar Saté Spieße geholt. In gebrochenem Englisch verkündete der Verkäufer seine Verwunderung: »Die meisten Touristen essen im Restaurant.« Diese Aussage stimmte. Während ein paar Stunden vorher der Strand voller Sonnenschirme war, war die Sandbank nun wie leer gefegt. Im Gegensatz dazu platzen die Lokalitäten jedoch aus allen Nähten. »Das Saté Ayam ist aber gut. Mein Sohn macht das heute!« Bemerkte er kurze Zeit später.

Den Müll der sich im Sand versteckt, nehme ich, ehrlich gesagt, allmählich kaum mehr wahr. Anfangs stärker, doch je länger ich mich an diesem Ort aufhalte, desto mehr blende ich gewisse Umstände aus. Mein Blick schweift heute Abend eher in die Ferne oder fokussiert die ein oder andere Person am Strand.

Über unseren Köpfen hinweg erheben sich einige Drachen und erzeugen ein leichtes Surren im Wind. »Wo bist du in diesem Moment?« Fragt mich David, doch so ganz genau kann ich ihm nicht antworten. Währen mein Blick dabei ist, diese Szenerie und Atmosphäre minutiös festzuhalten, versuchen meine Gedanken im Hier und Jetzt zu bleiben. »Irgendwo hier.«, antworte ich ihm, »Zwischen Autoreifen und schwebenden Drachen.«

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